Augenblicke

Morgenlicht.
Und nichts
muss hinzugefügt werden.

Manches liegt nicht verborgen.
Es wartet nur darauf,
mit anderen Augen
gesehen zu werden.

Das Leben
empfängt uns
viel öfter,
als wir glauben.

Der Blick braucht
nicht immer freie Sicht.
Manchmal macht
gerade das Dazwischen
das Wesentliche sichtbar.

Manchmal wirkt gerade das,
was nicht im Mittelpunkt steht,
am stärksten.

Nicht alles
will entdeckt werden.
Manches offenbart sich
erst dem stillen Blick.

Manches im Leben ist nichts sagend.
Nicht, weil es nichts zu sagen gäbe.
Vielleicht vielmehr, weil es etwas gibt,
für das unsere Worte nicht ausreichen.
Etwas, das sich nicht erklären, nicht festhalten,
vielleicht nicht einmal verstehen lässt.
Und doch können wir ihm begegnen.
Wenn wir still genug werden,
um dem Raum zu geben,
was keine Worte braucht.

Nichts festhalten.
Nichts verlieren.
Nur schauen,
wie der Himmel
sich verwandelt.

Die schönsten Augenblicke
machen keinen Lärm.
Sie wollen
weder festgehalten
noch erklärt werden.
Es genügt,
ihnen für einen Moment
Raum zu geben.


