
Nicht jede Begegnung
braucht Worte.
Als Kakau
einer der frühen Weisen
im Japan des 9. Jahrhunderts -
von einer Reise
durch ferne Länder zurückkehrte,
bat ihn der Kaiser zu sich
und trug ihm auf,
alles zu berichten,
was er erlebt hatte.
Kakua verneigte sich tief.
Schwieg lange.
Nahm schließlich
seine kleine Bambusflöte
aus der Tasche
und spielte
einen einzigen Ton.
Als dieser verklungen war,
verneigte er sich erneut
und ging.
Manchmal entsteht
zwischen zwei Menschen
ein Raum,
in dem nichts
zurückgewiesen wird.
Was bisher
keinen Platz hatte,
darf erscheinen.
Gefühle.
Gedanken.
Erinnerungen.
Innere Spannungen.
Nicht,
um sie loszuwerden.
Sondern damit sie
endlich vollständig
da sein dürfen.
Und gerade dadurch
oft ihre Kraft verlieren.
–
Du musst
für einen Moment
nichts mehr sein.
Nichts leisten.
Nichts darstellen.
Nichts verstehen.
Dadurch entsteht
oft zum ersten Mal
seit langer Zeit
Raum
für alles,
was bisher
keinen Platz hatte.
Frieden
ist hier
kein Ziel.
Er erscheint manchmal
ganz von selbst,
wenn nichts mehr
ausgeschlossen
werden wird.
–
Wenn dich
diese Weise
der Begegnung
anspricht,
freue ich mich,
von dir
zu hören.

